Müller: Befreiungstheologie nicht pauschal verurteilen
Nachrichten 26/07/2012 07:35:57
Zur Befreiungstheologie sagte Müller, eine «Vermischung von marxistischen Selbsterlösungslehren und dem von Gott geschenkten Heil» sei «grundsätzlich abzulehnen». Andererseits stelle sich die Frage, wie man angesichts des Leidens vieler Menschen, die nichts zu essen und zu trinken hätten und deren Rechte missachtet würden, von Gottes Liebe und Barmherzigkeit sprechen könne. Überzeugende Glaubensverkündigung sei nur möglich, wenn man die Armen «ohne Paternalismus von oben herab» als Geschwister betrachte, so Müller.
Weiter bekräftigte er, Frauen könnten zum Diakonen- und Priesteramt in der katholischen Kirche nicht zugelassen werden. Maßgeblich dafür seien nicht Bedingungen der Kirche, sondern «der Wille und die Berufung Christi». Müller rief dazu auf, in der Debatte darüber auf «Polemik und Ideologie» zu verzichten. Viele Diskussionsbeiträge über die Frauenordination ließen außer Acht, dass ein Weiheamt keine «weltliche Machtposition» darstelle.
Mit Blick auf die Piusbruderschaft sagte Müller, man könne sich nicht auf die Tradition der Kirche berufen «und sie dann nur auszugsweise akzeptieren». Der Weg der Kirche führe stets nach vorn.
Jeder sei aufgerufen, «sich nicht in seinem eigenen selbstbezogenen Denken zu versteifen, sondern das volle Leben und den vollen Glauben der Kirche anzunehmen».
Den Papst bezeichnete Müller als «väterlichen Freund». Joseph Ratzinger sei ihm während seiner Tätigkeit als Professor und als Bischof stets «Stütze und klare Orientierung» gewesen. «Ich würde ihn als einen väterlichen Freund bezeichnen, ist er doch eine Generation älter als ich», so der Präfekt der Glaubenskongregation.











