Schottische Regierung: Kein Referendum über Ehebegriff
Nachrichten 18/07/2012 16:33:48
Den Angaben zufolge soll bis Ende des Monats darüber entschieden werden, ob es einen Gesetzentwurf zur Neudefinition des Ehebegriffs geben werde. Zunächst werde sich ein Ausschuss mit den Einzelheiten eines solchen Entwurfs befassen, heißt es. Vertreter von Homosexuellen-Initiativen begrüßten die Entscheidung.
Der schottische Kardinal Keith O'Brien hatte sich am Montag für ein Referendum über die geplante Ausweitung des Ehebegriffs ausgesprochen. Die Menschen hätten ein Interesse an «fundamentalen moralischen Fragen», erklärte der Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh. Die Verantwortlichen sollten «auf das schottische Volk vertrauen und Schottland entscheiden lassen».
Gegner der Regierungspläne warnen laut Medienberichten vor den Folgen einer gesetzlichen Neudefinition der Ehe. Ein von der Initiative «Scotland for Marriage» in Auftrag gegebenes Rechtgutsachten verweist auf die dadurch entstehende Möglichkeit, rechtlich gegen Geistliche vorzugehen, die sich weigerten, homosexuelle Paare zu trauen. Laut der schottischen Zeitung «The Herald» erwägt die schottische Regierung gemeinsam mit der britischen Regierung eine Änderung des Gleichstellungsgesetzes aus dem Jahr 2010, das die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbietet, um sicherzustellen, dass niemand gegen seinen Willen zur Durchführung von Trauungen gezwungen werden könne.
Nach Angaben von «The Herald» würden im Falle eines Referendums etwas mehr als die Hälfte der Schotten gegen die Gesetzesänderung stimmen. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos Mori im Juni erklärten hingegen 68 Prozent, sie hätten keine Einwände gegen eine Bezeichnung homosexueller Partnerschaften als Ehe. Im schottischen Parlament waren bei einer Sondierung im Juni 69 von 129 Abgeordneten für eine Änderung des Ehegesetzes.











