Katholische Jugend: von der Tradition verabschieden
Nachrichten 26/05/2011 07:15:05
(gloria.tv/ KNA) Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wendet sich gegen Rede- oder Denkverbote beim Dialogprozess über die Zukunft der Kirche. Er wolle nicht mehr verboten bekommen, «worüber ich mit anderen sprechen möchte», sagte der BDKJ-Vorsitzende Dirk Tänzler im Interview der Münsteraner Bistumszeitung «Kirche und Leben».
Häufig hätten Bischöfe und Laien in Gesprächen mit dem BDKJ ein Veto eingelegt, indem sie den Verband auf Lehrmeinungen, die Tradition, die Entscheidungskompetenz Roms, die Weiheautorität oder mehr theologische Kompetenz verwiesen hätten. «Ich glaube, die Zeit ist reif, sich davon zu verabschieden», so Tänzler.
Der BDKJ-Vorsitzende verwies auf das demokratische Prinzip in den katholischen Jugendverbänden, in denen Männer und Frauen sowie Priester und Laien gleichberechtigt zusammenarbeiteten. «Warum soll das, was bei uns klappt, nicht auch in anderen kirchlichen Kontexten funktionieren - bis in die territoriale Verfasstheit der Kirche hinein?», so Tänzler.
Unverständnis bekundete er darüber, dass in der Kirche immer wieder ein «angstfreier Dialog» eingefordert werde. Wenn dies so betont werde, «wie weit sind wir dann schon gekommen?», fragte Tänzler. Ein angstfreier Dialog in der katholischen Kirche «ist für mich selbstverständlich».
Über den Zölibat nachzudenken, heiße ja nicht automatisch, den Pflichtzölibat abschaffen zu wollen, so der BDKJ-Vorsitzende. Zwar handele es sich beim Zölibat um eine weltkirchliche Regelung. «Aber ich möchte mir doch zumindest eine Position bilden können, die auf den pastoralen Raum Deutschland bezogen ist», so Tänzler. Er bekundete ferner die Hoffnung, dass die deutschen Bischöfe beim nächsten Ad-Limina-Besuche im Vatikan die Ergebnisse eines solchen Dialogs «jenen gegenüber kommunizieren, die in Rom dafür verantwortlich sind».












