Ministerin Schavan beim Papst: Er freut sich auf Berlin
Nachrichten 30/03/2011 18:28:22
Schavan bezeichnete die Atmosphäre des Treffens im Anschluss als ausgesprochen freundlich. Sie habe dem Papst gesagt, dass Deutschland sich auf ihn freue. Eigens habe sie auch die Situation der Kirche in der Hauptstadt angesprochen. Berlin sei keine gottlose Stadt, so Schavan. «Viele Menschen sind auf dem Weg und suchen Gott.» Der Papst habe geantwortet, auch er freue sich auf die Reise nach Berlin und nach Deutschland.
Der Besuch des Papstes im September war auch zentrales Thema einer Begegnung mit dem vatikanischen Ökumeneverantwortlichen, dem Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch. Schavan erklärte, sie wünsche sich einen großen Papst-Gottesdienst in Berlin vor dem Brandenburger Tor. «Das Symbol der Einheit, dort, wo Diktaturen Gott aus der Stadt vertreiben wollten, könnte genau der richtige Ort für eine Feier mit dem Papst sein.» Sie rechne mit 200.000 Pilgern, die in der deutschen Hauptstadt dem Kirchenoberhaupt begegnen wollten.
Schavan und Koch betonten, der Papstbesuch müsse ein Signal werden, um die Frage nach Gott in den modernen Gesellschaft wieder zu stellen. «Berlin ist auch eine Stadt der Gottsucher», meinte Schavan. Der Katholizismus sei ursprünglich eine «Stadtreligion», pflichtete Koch ihr bei. «Wir dürfen als Kirche gerade die Städte nicht verloren geben.»
Im Mittelpunkt des zweitägigen Rombesuchs von Schavan standen Gespräche über die Rolle der Theologie in der aktuellen Hochschullandschaft und die Einrichtung von islamischen Fakultäten in Deutschland. Unter anderem traf sich die Ministerin mit dem Präsidenten der vatikanischen Bildungskongregation, Kardinal Zenon Grocholewski, und dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog, Jean-Louis Tauran. Am Donnerstag reist Schavan nach Deutschland zurück.












